Simone Jahn

Simone Jahn – Personalberaterin für IT-Jobs bei der Techniker Krankenkasse (Die Techniker / TK)

Ein Aufruf zum Anruf. Und zwar nicht “nur” in der Personalabteilung, sondern auch im Fachbereich! Das gab’s noch nie im Jobsucher-Podcast. Ich bin hellauf begeistert. 🙂 Allein dafür lohnt es sich schon, dass Du Dir die Podcast-Episode mit der Personalberaterin Simone Jahn, die bei der Techniker Krankenkasse (Die Techniker / TK) für den Bereich IT einstellt, anhörst.

Simone Jahn findet, dass Telefonnummern nicht umsonst in Stellenanzeigen stehen. Wer mich kennt, der weiß natürlich, dass mir bei dem Wort “Stellenanzeige” ein eiskalter Schauer den Rücken runter läuft. 😉 Trotzdem: Wenn ich als Jobsucher schon im offenen Arbeitsmarkt unterwegs bin, dann sollte ich wenigstens so eine freundliche Einladung annehmen. Was zum Bedauern der 44-jährigen Personalberaterin nur sehr, sehr selten gemacht wird. Im Podcast sprechen wir über die Gründe dafür und darüber, was beim Anruf schief gehen kann. Außerdem geht es unter anderem um: Arbeitszeugnisse, Ehrlichkeit bei Absagen, die neue Welt der Personalgewinnung und um Informationen aus dem Nähkästchen, die Bewerber sich völlig legitim im Unternehmen holen dürfen.

Employer Branding auf allen Kanälen

Als ich die Podcast-Episode mit Simone Jahn von der Techniker Krankenkasse vorbereiten wollte, dachte ich: “Machst du mal eben.” Zur Unterstützung bekam ich von der TK den ein oder anderen Kanal genannt, auf dem meine Krankenkasse im Internet aktiv ist. Da wurde mir schlagartig klar: Es wird länger dauern. 😉 Sieh selbst:

Die Einschränkungen im Job

Ich persönlich finde die Videos spannend, in denen Mitarbeiter zu ihrer Arbeit interviewt werden. Mal so ganz bunt durch alle Abteilungen inklusive Personal und dann bis rauf zum Vorstand. Das mir die Videos gefallen, mag daran liegen, dass die Fragen darin sehr ähnlich zu meiner eigenen Vorgehensweise mit Life/Work Planning (L/WP) im verdeckten Arbeitsmarkt sind. Simone Jahn wird im Vorstellungsgespräch häufig auf die Mitarbeiter-Interviews angesprochen: “Die Bewerber sagen, dass sie hier sind, weil wir nicht per Hochglanzbroschüre und toller Webseite sagen, was wir alles Tolles machen.” Damit spielt sie auf eine im Video gestellte Frage an, die auch bei L/WP eigentlich die wichtigste von allen ist: “Welche Einschränkungen bringt der Job mit sich?” Oder wie ich es sagen würde: “Was ist nicht so toll in dem Job des …?” Das Symbol für diese Frage ist bei Life/Work Planning das Minus-Zeichen. Ein sehr gutes Antwort-Beispiel liefert der Film mit dem IT-Operator Andreas Lang. Hör Dir mal an, was er auf die “Minus-Frage” antwortet.

Wo sich die Spreu vom Weizen trennt

Ganz ehrlich: Um 05:30 Uhr anfangen finde ich brutal. Mehr muss ich eigentlich nicht hören. 😉 Wenn ich trotzdem weiter dran bleibe, dann erfahre ich, dass ich auch Nachts und am Wochenende angerufen werden kann. Ich finde, dass sich bei der Bereitstellung solcher Informationen, die Employer Branding Spreu vom Weizen trennt. Wobei es eigentlich aus Arbeitgebersicht auch überhaupt keinen Sinn macht, damit hinterm Berg zu halten. Denn wenn erst im Vorstellungsgespräch ein K.O.-Kriterium zutage kommt, dann hätten sich mit der passenden Info vorab im Grunde alle die Zeit sparen können. Trotzdem macht das glaube ich kaum ein Unternehmen. Die meisten halten hartnäckig an der Hochglanz-Variante fest: “Bei uns ist alles toll! Und damit Basta!” Das ist ein Grund, warum ich ein großer Freund von 4-Augen-Gesprächen mit Mitarbeitern aus dem jeweiligen Fachbereich bin. Trotz der Videos würde ich persönliche Gespräche übrigens auch bei der TK führen. Das ist immer noch was anderes, als vor laufender Kamera (oder mit Mikro im Aufnahmemodus). Außerdem schadet es ja nicht, die eventuell zukünftigen Kollegen mal kurz kennenzulernen. Vielleicht empfehlen die mich am Ende sogar als besonders nett und engagiert in die Personalabteilung weiter. 😉

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Holpriger Start

Wenn Du (aus welchen Gründen auch immer) keine (persönlichen) Gespräche vorab führen möchtest oder kannst, dann bieten die Videos immerhin ein paar Ansatzpunkte, die super geeignet sind, um zum Beispiel im Vorstellungsgespräch mal genauer nachzuhaken. Mir sind bei der Vorbereitung des Podcasts jedenfalls ein paar Sachen aufgefallen, mit denen ich eigentlich in diese Episode starten wollte. Kaum hatte ich angefangen zu reden, fiel mir auf, dass ich erstmal die Videos erklären musste. Dann die Parallelen zu L/WP. Dann das, was mir in den einzelnen Videos aufgefallen ist. Und, und, und … Bei der Aufnahme dachte ich: “Das wird eine elendig lange Vorrede, für ein bis zwei Fragen, die sich daraus ergeben.” Auch wenn ich die Situation glaube ich noch ganz gut gerettet habe, ist mein Learning, bei kurzen Fragen zu bleiben. Also: Guck Dir die Mitarbeitervideos selber an und mach Dir Deine eigenen Gedanken dazu. Das ist sowieso das Allerbeste. Schließlich sind wir hier nicht bei “Schlauer sterben mit Heiko Link!”. 😉

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Active Sourcing: Des Personalers Kaltakquise

Die Sache mit den Anruf und dem persönlichen Gespräch funktioniert ja heute immer öfter nicht mehr nur in die eine Richtung. Active Sourcing ist das große Stichwort, dass aktuell in den Personalabteilungen die Runde macht. Ich war wirklich sehr angenehm überrascht, dass Simone Jahn das als ihren liebsten Rekrutierungskanal genannt hat. Weil das schön weit weg ist von der klassischen Bewerbung. Genau! 😉 Allerdings auch, weil ich das Gefühl habe, dass ein Anruf beim Bewerber für viele Personaler so ähnlich ist, wie der Kaltakquise-Anruf beim Kunden für einen Vertriebler: Unangenehm! Wobei der Vertriebler noch den Vorteil hat, dass er daran gewöhnt ist, derjenige zu sein, der mal beim potentiellen Kunden anruft. Für Mitarbeiter in Personalabteilungen ist das glaube ich eher eine ziemlich schräge und unschöne Entwicklung am Arbeitsmarkt. 😉 Für Simone Jahn nicht. Die 44-jährige schreibt interessante Kandidaten, die sie bei Xing gefunden hat, auch gerne mal an. Dann überlegt sie sich, wie sie das am besten macht. Das ist doch dann sozusagen ein umgekehrtes Bewerber-Anschreiben, oder? 😉

Für Jobsucher ist es natürlich klasse, der Angerufene (oder Angeschriebene) zu sein. Da ist man definitiv kein Bittsteller und auch die Verhandlungsbasis ist gleich eine ganz andere. Allerdings besteht bei dieser Konstellation für mein Empfinden die Gefahr, dass man die eigene Karriereplanung allzu leicht aus der Hand gibt. Man überlegt sich nicht mehr, was man eigentlich machen möchte und wohin die Reise gehen soll. Stattdessen reagiert man nur auf das, was von außen kommt, mit einer Zu- oder Absage. Ich glaube, dass das langfristig gesehen, ordentlich in die Hose gehen kann. Das vielleicht als kleiner Trost für alle, die noch nicht angerufen wurden. 😉

TuneIn

Ruf! Die! An!

So gesehen hat es doch sein Gutes, seinen ganzen Mut zusammenzunehmen und selbst auf Mitarbeiter potentieller Arbeitgeber zuzugehen oder im Unternehmen anzurufen. Und Die Techniker macht es Dir diesbezüglich ja nun wirklich leicht. Wenn Du Interesse hast, dort zu arbeiten, dann überleg Dir Deine Fragen und ruf bei der TK an. Bezieh Dich im Gespräch sehr gerne auf den Aufruf im Jobsucher-Podcast von “Endlich Montag!”. Und bitte schick mir anschließend eine Mail, wie es gelaufen ist. Dann wäre ich wieder hellauf begeistert! 🙂

Falls Du Hilfe (Coaching) brauchst, dann:

Nimm jetzt Kontakt zu mir auf.

Als erste Übung gerne auch per Telefon -> 0 170 / 5 40 23 28 😉

In diesem Sinne: Viel Erfolg und immer heiter weiter!

Inhaltsübersicht:

  • 63 offene IT-Stellen im Gepäck:
    Simone Jahn stellt sich und die TK vor.
  • Ausnahmsweise mal nicht Pareto:
    “Nur” 70 Prozent der Anforderungen der Anzeige solltest Du erfüllen.
  • Berufserfahrung schlägt Ausbildung:
    Das Studium tritt mit der Zeit in den Hintergrund.
  • Tipp von der Personalberaterin:
    Telefonnummern in Anzeigen anrufen!
  • Bloß nichts falsch machen:
    Darum rufen so wenige an.
  • Böser Schnitzer:
    Als Erstes mal nach Urlaub fragen.
  • Der Lebenslauf ist wie ein Produktdatenblatt:
    Nutz Deine Chance am Telefon.
  • Gibt’s nicht mehr:
    Mundfaule IT-Nerds.
  • Hilfe holen erlaubt:
    Bewerben mit Freunden.
  • Wozu ein Anschreiben?
    Um meine Stärken gut, knapp und adressatengerecht zu formulieren.
  • Unterlagengläubigkeit in der IT?
    Ein SharePoint-Zertifikat schadet nie!
  • Gibt es sie am Ende doch?!?
    Geheimcodes in Arbeitszeugnissen.
  • Keine Chance zu schummeln:
    Mit selbst geschriebenen Arbeitszeugnissen fliegst Du sofort auf.
  • Dafür habe ich keine Zeit:
    Nachfassen bei schlechten Bewerbungsunterlagen.
  • Wäre gerne ehrlicher:
    Begründung von Absagen.
  • Augen zu und durch:
    Lass den Absagegrund mal lieber stecken.
  • Abgesagt: Na und?!
    Wie Du das Ruder noch rumreißen kannst.
  • Die Welt ist doch nicht mehr so:
    Das neue Bewerberverhältnis zur Personalabteilung.
  • Was macht der Introvertierte?
    Auf seine Leidenschaft gucken.
  • Kreative Personalgewinnung:
    Viele Wege führen zum Ziel.
  • Eiserne Regel:
    Stellen werden erstmal intern ausgeschrieben.
  • Weitblick haben und sagen, wozu ich Lust hab:
    Mitarbeiterentwicklung bei der Techniker Krankenkasse
  • Am liebsten Active Sourcing:
    Das Anschreiben mal von der anderen Seite.
  • Noch nicht flexibel genug:
    Das Online Recruiting Portal der TK.
  • App geht die (E-)Post:
    Warum nicht mal kurz aus der Bahn bewerben?
  • Super Einstieg fürs Anschreiben:
    Wie von Ihrem Kollegen … gehört, suchen Sie noch jemanden.
  • Das Ergebnis zählt:
    Absprachen wären auch in Ordnung.
  • Völlig legitim:
    Infos aus dem Nähkästchen holen.
  • Besser als Hochglanz:
    Videos mit Einschränkungen.
  • Dumm gelaufen:
    Wenn der Job ganz anders ist, als vorher besprochen.
  • Wechselgrund Kollegen oder Chefs:
    Im Vorstellungsgespräch nicht auf Probleme fokussieren.
  • Die Frage, bei der schon mal Tränen fließen:
    Was suchen Sie eigentlich?
  • Absolutes NoGo:
    Lästern im Bewerbungsgespräch.
  • Nach Schwächen fragt sie immer:
    Mit diesen Antworten gibt sich die Personalberaterin nicht zufrieden.

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