Praxisbeispiele Personalbeschaffung

Neue Mitarbeiter finden, mit guten und kreativen Ideen, wo gefühlt gar keine mehr sind. Gibt es die? Auf jeden Fall! Und mehr als man erwarten würde. Zur Inspiration für Ihre eigene Personalbeschaffung, habe ich auf dieser Seite Praxisbeispiele zusammengestellt. Natürlich können / sollen Sie die nicht 1:1 kopieren. Als Grundlage für gute Ideen für Ihr eigenes Unternehmen eignen sie sich aber auf jeden Fall!

Es geht nicht um schiere Masse

Teilweise war der Erfolgt der Aktionen überwältigend. Wo vorher (fast) keine Bewerbung mehr kam, quoll der Posteingang plötzlich über. Doch Vorsicht: Unmengen an Bewerbungen zu bekommen, hat auch Nachteile. Sie verschicken viele Absagen, die Zeit kosten und auch noch für ein schlechtes Arbeitgeberimage im Markt sorgen. Besser ist es, wenn nur sehr wenige Kandidaten auf Sie zukommen, die dafür aber genau zu Ihnen passen. Von den Absagen mal abgesehen, würde ich einem Jobsucher auch nicht dazu raten, sich ohne Not in eine Situation zu begeben, in der er massenweise Konkurrenten hat. 😉

Die Weichen dazu stellen Sie mit Ihrem Personalmarketing. Mehr dazu erfahren Sie auf  der Seite Employer Branding / Arbeitgebermarkenbildung.

Praxisbeispiele aus meinem Podcast

25 Stundenwoche bei vollem Gehalt und Urlaubsanspruch.

Lasse Rheingans

Lasse Rheingans

“Rheingans Digital Enabler” in Bielefeld zieht nach einem weltweiten Medienrummel IT-Experten an, nachdem der neue Chef Lasse Rheingans direkt nach der Übernahme des Unternehmens ein neues Arbeitszeitmodell einführte. Hören Sie Lasse Rheingans von Rheingans Digital Enabler im Podcast-Interview. Ein Hotel in Emden zog übrigens auch Kandidaten an, indem das Thema Arbeitszeit anpackte: Den Mitarbeitern wurde verboten, Überstunden zu machen.

 

Bring Dein Team!

Eike-Jan Diestelkamp

Eike-Jan Diestelkamp

Der Chef von HD-Net fragte sich, was IT-Experten daran hindert, den Arbeitgeber zu wechseln. Er kam darauf, dass die netten Kollegen ein wichtiger Grund sind. Deswegen bietet er an, das gesamte Team einzustellen. Das Vorstellungsgespräch findet auf der Bielefelder Alm während eines Fußballspiels mit Blick auf das Spielfeld statt. Hören Sie Eike-Jan Diestelkamp von HD NET im Podcast-Interview.

 

 

Mit Menschlichkeit zum Klickmillionär

Glaser Sterz

Sven Sterz

Sven Sterz von der Glaserei Sterz stellte ein 1 Minute und 18 Sekunden dauerndes Video bei Facebook ein. Darin sucht er Auszubildende und macht den Kandidaten Angebot, das finanziell interessant ist und lockt. Er spricht aber auch Kandidaten mit schwierigen Startvoraussetzungen an und verspricht ihnen immer für sie da zu sein, wenn es in der Ausbildung Probleme gibt. Er zeigt sich so von seiner menschlichen Seite, dass das Video über 30.000 mal geteilt und millionenfach angesehen wird. Von 36 Bewerbern stellt er am Ende zwei ein. Den anderen schickt er nicht einfach nur Absagen. Einige empfiehlt er bei der Innungsversammlung weiter und hilft so seinem Netzwerk. Hören Sie Sven Sterz von Glaserei Sterz im Podcast-Interview.

Märchenhafte Mitarbeiterempfehlung mit 1.001 Nacht

Judith Oldekop

Judith Oldekoop

Siroop (das Amazon der Schweiz) setzt auf Mitarbeiterempfehlungen. Anstatt der in der Schweiz üblichen 2.600,- bis knapp 4.000,- Euro Prämie pro Mitarbeiterempfehlung die zur Einstellung führt, zahlt Siroop 1.000,- Schweizer Franken (ca. 900,- Euro) und spendiert dazu noch einen freien Tag. In Summe: 1.000 + 1 Nacht. Besonders der freie Tag kommt bei kommt bei den Mitarbeitern gut an, was zu Empfehlungen und nachhaltiger Rekrutierung führt. Hören Sie Judith Oldekop von Siroop im Podcast-Interview.

Weitere Praxisbeispiele Personalbeschaffung

Drei Cent zu viel überweisen

Buchhalter gesucht? Überweisen Sie einfach bei Eingangsrechnungen 3 Cent zu viel und bieten Sie den Buchhaltern, die deswegen anrufen, einen Job an.

  • Über die Fähigkeiten gesucht
    Ein Unternehmen suchte einen neuen Buchhalter. Müssen die guten Kandidaten geschliffene Texte im Anschreiben formulieren können? Im Selbstmarketing brillieren? Gut recherchieren können, um Ihr Unternehmen in den vielen Jobbörsen zu finden? Nein, müssen sie nicht! Viel wichtiger ist, dass Ihr neuer Buchhalter genau und ehrlich ist! Deswegen überwies das Unternehmen bei allen Eingangsrechnungen 3 Cent zu viel. Der erste Buchhalter, der anrief, bekam ein Jobangebot. Die für den Job benötigten Top-Fähigkeiten, waren mit dem Anruf nachgewiesen. Im Vergleich zu einer Stellenanzeige, kostete diese Suche fast nichts. Welche Fähigkeiten suchen Sie? Wie können Jobsucher diese Fähigkeiten – ohne Anschreiben und Lebenslauf – nachweisen?
  • Fähigkeiten übertragen

    Übertragbare Fähigkeiten

    Im Jobcoaching finden Teilnehmer über 100 übertragbare Fähigkeiten, die in keinem Lebenslauf stehen.

    Fähigkeiten im beruflichen oder auch privaten finden und dann in andere Jobs übertragen, das ist ein bewährtes Standardvorgehen im Jobcoaching. Als Unternehmen können Sie das auch. Sie suchen zum Beispiel Uhrmacher und finden keine? Dann fragen Sie sich: Wer arbeitet noch präzise mit den Händen und ist am Arbeitsmarkt leichter zu finden? Zahntechniker vielleicht? Die könnten Sie zum Uhrmacher umschulen. Oder können Sie vielleicht in Modellbauvereinen gucken, wo die Vereinsmitglieder in ihrer Freizeit zum Beispiel in Modellflugzeugen auf kleinstem Raum Elektromotoren einbauen? Suchen Sie Ihre neuen Kollegen auf Konzerten, beim Sport, wo auch immer …

  • Begehrtes Gut der Zielgruppe verlosen
    Welche Musik hören viele der auf dem Arbeitsmarkt schwer zu findenden Ingenieure? Die gleiche wie Softwareentwickler: Heavy Metal. Gibt es etwas, das Metal-Fans gerne haben wollen, wo sie aber nur schwer dran kommen? Ja: Karten für das Wacken-Festival! Denn kaum hat der Kartenvorverkauf begonnen, schon sind alle Tickets weg. Deswegen verloste ein Ingenieurbüro (in einer Stellenanzeige) unter allen geeigneten Kandidaten drei Karten für das Wacken Open Air und bekam reichlich Bewerbungen. Doch Vorsicht: Wenn Sie im Vorstellungsgespräch auf Schlips und Kragen bestehen, dann lassen Sie es vielleicht lieber. Auf diesem Wege ist die Chance groß, dass Ihnen der Bewerber im Wacken-T-Shirt gegenüber sitzt. 😉 Womit könnten Sie Ihrer Zielgruppe eine große Freude machen?
  • Passanten zu Fans machen
    Großes Schaufenster mit kleinem Schild: “Friseur gesucht”. Das spricht nur wenige an. Vergrößern Sie das Schild und erweitern Sie es um: “Ein Jahr Haare schneiden umsonst für denjenigen, der uns den Kandidaten empfiehlt, den wir einstellen.” Das motiviert viel mehr und mit nur ein bisschen Glück gewinnen Sie einen neuen Kunden gleich dazu.
  • Der Lieblingssport als Aufhänger

    Arbeitsamt Herford

    Das BIZ im Arbeitsamt Herford: Würden Sie sich dort gerne über Berufe informieren? Oder vielleicht lieber im Fußballstadion über all die Jobs, die es rund um Ihren liebsten Sport gibt?

    In Paderborn werden Gruppen von Jugendlichen durch das Fußballstadion geführt. Dabei wird den Teilnehmern gezeigt, wie viele Berufe es gibt, die mit diesem Sport zusammenhängen. Auf Profifußballer und Trainer kommt noch jeder von selbst. Aber wer pflegt den Rasen? Wer baut oder plant das Stadion? Was ist mit dem Marketing für den Lieblingsverein? Wer programmiert die Webseite des Clubs? Und wer massiert verspannte Spieler-Muskeln wieder geschmeidig? Wer sorgt für die Sicherheit? Oder für das Catering im Stadion? … Das persönliche Erleben ist viel anschaulicher und besser als ein Besuch im BiZ. Und das Beste ist: Bei der Führung können Vertreter der einzelnen Berufe gleich Kontakte knüpfen. (Ein Büro von HD NET befindet sich übrigens auf der Bielefelder Alm. Vom Büro aus, in dem auch die Vorstellungsgespräche stattfinden, ist das Spielfeld zu sehen.)

  • Kandidaten-Zielgruppe geändert
    Die Zahl der Jugendlichen, die nach der Schule an die Uni gehen, steigt. Die Zahl der Studienabbrecher aber auch. In Ostwestfalen gehen einige Unternehmen gezielt auf die Abbrecher (an denen kein Mangel herrscht) zu und rechnen ihnen das “halbe Studium” quasi an, indem sie eine verkürzte Ausbildung anbieten. Für welche Zielgruppe, um die sich am Arbeitsmarkt nicht alle reißen und gegenseitig Konkurrenz machen, könnten Sie Ihre Stellen passend machen? Alleinerziehende? Eltern? 50+? Arbeitslose? Schulabbrecher? Ausländische Fachkräfte, die kein / nur wenig Deutsch sprechen? Kandidaten mit vielen kurzen Stationen oder Lücken im Lebenslauf? Wenn Sie Menschen eine Chance geben, werden die Ihnen das so schnell nicht vergessen und engagiert und loyal für Ihr Unternehmen tätig sein.
  • Hier könnte Ihr Beispiel stehen
    Sammeln Sie Ihre eigenen Ideen und seien Sie dabei bewusst albern! Denn wenn Sie nur die ernsthaften und kurzfristig umsetzbaren Ideen aufschreiben, dann bleibt Ihr Notizblock sehr wahrscheinlich leer. Aus verrückten Spinnereien dagegen, lassen sich im zweiten oder dritten Schritt Ideen entwickeln, die umsetzbar sind und funktionieren. Probieren Sie es aus. Ich würde mich jedenfalls über ein Beispiel mehr auf meiner Seite mit Praxisbeispielen freuen.

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