Mit Nina Eckhardt, der Chefin der Marketingagentur “zweites frühstück”, spreche ich im Jobsucher-Podcast über den Nutzen von Unternehmernetzwerken für Jobsucher. Ich persönlich finde ja, das man als Jobsucher einfach überfallmäßig (ohne Termin) in Unternehmen rein gehen und dort mit Mitarbeitern sprechen sollte. Dann hast Du eine spitzen Erfolgsquote von 82 Prozent. Ab dem ersten Versuch. Auch, wenn Du irre nervös bist. Und das alles ganz ohne “Vereins-Getöse”. Du wirst es mir wahrscheinlich nicht glauben, aber: Es gibt doch tatsächlich Leute, die sich Alternativen zu dieser Vorgehensweise wünschen. 😉 In dem Fall bieten sich Unternehmernetzwerke an, die nicht zwingend in Vereinsform daher kommen müssen. Ein Beispiel dafür ist die Unternehmer Initiative Rheine (UI Rheine), die Nina Eckhardt vor sechs Jahren als einen Ableger von zweites frühstück ins Leben gerufen hat. Im Podcast berichtet die 38-jährige, wie man als Jobsucher in Unternehmer-Kreise kommt, wie Netzwerken funktioniert und wie Du über die Chefs an weitere Ansprechpartner im Unternehmen kommst. Und als wäre das nicht schon genug, gibt Nina on top auch noch Tipps für Schüchterne und für Menschen, die Smalltalk ätzend finden. 🙂

Nina Eckhardt

Nina Eckhardt – Gründerin der Unternehmer Initiative Rheine und Chefin der Marketingagentur “zweites frühstück”

Erst der Mensch, dann die Unterlagen

Bevor ich mit Nina zum Thema Netzwerken komme, sprechen wir 20 Minuten darüber, wie Sie es selbst mit der Einstellung so hält. Bei zweites frühstück landen die eingehenden Bewerbungen nämlich erstmal alle in der Buchhaltung. Ja, in der Buchhaltung. Du hast richtig gelesen. Dort sortiert Ninas Mitarbeiterin nur die ganz groben Schnitzer aus. Im Grunde werden also (fast) alle Bewerber zu einem Schnuppertag bei zweites frühstück eingeladen. Denn bei der Marketingagentur wird auf diese Reihenfolge wert gelegt:

  1. Die Menschen angucken und kennenlernen.
  2. Die Unterlagen angucken.

Wozu man dann am Ende noch mal in die Unterlagen gucken muss … das … konnte mir Nina Eckhardt auch nicht sagen. 😛

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Der Schnuppertag klingt für mich ziemlich spannend und ermöglicht den Jobsuchern das, worum es mir auch bei den überfallmäßigen Gesprächen geht:

  • Leute (zukünftige Kollegen) kennenlernen.
  • Hinter die Firmenkulissen gucken.
  • Den Job kennenlernen.
  • Herausfinden, was ich persönlich toll und was ich blöd finde.
  • Ideen, Anregungen und Tipps von Leuten aus einer für mich interessanten Branche bekommen.

Transparenz und Offenheit eben. Der einzige Nachteil für die Jobsucher: Sie bekommen nur in einem Unternehmen Einblicke und Kontakte. Wenn Du mehr willst (wozu ich rate), dann musst Du eben doch überfallmäßig woanders aufschlagen und / oder zu Unternehmernetzwerken gehen.

Team Zweites Frühstück Rheine

Das Team der Marketingagentur “zweites frühstück” in Rheine: Die Kollegen lernst Du alle beim Schnuppertag persönlich kennen.

Augen auf bei der Netzwerkwahl

Bei Unternehmernetzwerken ist zu beachten, dass es ganz verschiedene gibt. Wenn Du also zu einem hin gehst und es total ätzend findest, kann es trotzdem sein, dass Dir das nächste super gefällt. Deswegen lohnt es sich, bei mehreren vorbeizuschauen und mal reinzuschnuppern. In der Regel kann man als Gast drei Mal kommen, bevor man für die Teilnahme an weiteren Veranstaltungen Mitglied werden muss. Wenn es sich denn um einen Verein handelt.

Ich bekomme mittlerweile ganz viele eMails mit Einladungen zu allen möglichen Veranstaltungen, Vorträgen und Treffen, wo ich ganz unverbindlich und ohne jede Verpflichtung so oft ich mag hingehen kann. Wenn man da einmal irgendwo in den richtigen Verteiler gerutscht ist, dann wird es immer mehr. 🙂 Das ist jedenfalls mein Gefühl. Nina sagt im Podcast, dass Du mit einem geringen Eintrittsgeld für die Veranstaltungen rechnen solltest. Bei den Einladungen, die ich so bekomme, ist der Eintritt meistens frei. Auch da gibt es Unterschiede.

Spotify

Bitte keine weiteren BNI-Anfragen

Es gibt einen Verteiler, in dem ich persönlich lieber nicht gelandet wäre. Das ist der vom BNI. Ich kenne nette Menschen, die dort Mitglied sind. Und ich akzeptiere diese Art zu Netzwerken, auch wenn sie definitiv nicht mein Ding ist. Was mich unter anderem nervt, ist: Immer und immer wieder von unterschiedlichen Leuten drauf angesprochen zu werden, doch mal als Gast vorbeizukommen. Wenn ich dann sage, dass ich schon mal da war, mir den BNI also angeguckt habe und nicht wiederkommen möchte, dann geht das Gespräch gerne mal in eine Diskussion über. Auf die habe ich mittlerweile auch keine Lust mehr, weil sie nach dem immer gleichen Muster verläuft. Weil ich keine weiteren Einladungen, Anfragen und vor allen Dingen Diskussionen haben möchte, habe ich dieses Netzwerk namentlich im Podcast und in diesem Blogbeitrag genannt. Wer Spaß am BNI hat, der soll gerne hin gehen. Mir macht diese Art zu Netzwerken genau so wenig Freude, wie Fußball gucken. Da wäre ich auch genervt, wenn mich ständig jemand überreden wollte, doch mal mit ins Stadion zu kommen. Das ist meine persönliche Meinung, die ich hier gerne mal kundtun wollte, um Ruhe in die Anfragen rein zu bringen. Wie Nina Eckhardt dazu steht, weiß ich nicht. Wir haben das Thema im Podcast nur kurz angerissen und weder im Vorgespräch noch nach der Aufnahme darüber gesprochen.

Frühstück mit Nina Eckhardt

Eigentlich bin ich eher von der Spätschicht und nicht so der “Frühstücker”. Für Nina habe ich gerne mal eine Ausnahme gemacht. 🙂

Die Netzwerkwelt ist bunt

Wichtig für Dich ist: Guck Dir die verschiedenen Formen der Netzwerke an. Es gibt knallhart durchstrukturierte und auf Vertrieb ausgerichtete Netzwerke, genau wie eine fachliche Ausrichtung oder eine nach Branchen oder Themen bis hin zum Stammtisch. Die Netzwerkwelt da draußen ist ziemlich bunt. 🙂 Und guck mal, wer Dich wie dabei unterstützt, mit anderen Mitgliedern in Kontakt zu kommen. Die UI Rheine scheint da ziemlich gut zu sein. Falls Du den ganzen Abend alleine am Stehtisch stehst und Dich dabei an einem Glas festhältst, dann liegt das nicht unbedingt daran, dass Du zu schüchtern bist. Vielleicht ist es einfach nur das falsche Netzwerk für Dich.

TuneIn

Als Unternehmer hat mir persönlich die Mitgliedschaft in gleich mehreren Netzwerken in den ersten Jahren unheimlich geholfen, in meiner Region schnell viele Kontakte aufzubauen. Auch fachlich bin ich durch diverse Vorträgen schnell voran gekommen. Ich bin nach wie vor regelmäßig bei den unterschiedlichsten Netzwerktreffen (ich liebe es!), aber nirgendwo mehr Mitglied. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe und ich war richtig erleichtert, als Nina mir von einer ähnlichen Situation berichtet hat. 🙂 Irgendwie passte für Sie nichts mehr so richtig. Deswegen hat sie dann mit der Unternehmer Initiative Rheine selbst ein neues Netzwerk gegründet. Unternehmernetzwerke mal auszuprobieren, lohnt sich für Jobsucher auf jeden Fall. Ich bin davon überzeugt, dass da viel Potenzial drin ist! Berichte mir sehr gerne per Kommentar, Mail oder Anruf von den Erfahrungen, die Du gemacht hast. Ich bin gespannt. 🙂

Jetzt Kontakt zu Heiko aufnehmen.

Und falls ich es irgendwann mal so mache wie Nina und mein eigenes Unternehmernetzwerk gründe, dann sage ich Dir auf jeden Fall bescheid. 😉

Die Links zu Nina Eckhardt

Wie im Podcast versprochen, gibt’s hier noch mal die Links zu Nina Eckhardt:

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