Stefan Freise

Stefan Freise – Geschäftsführer und Inhaber der Internetagentur code-x in Paderborn

Der Geschäftsführer der code-x Internetagentur in Paderborn, Stefan Freise, ist nicht mehr der Bestimmer für seine Leute. Er ist auch nicht mehr der Regelaufsteller. Der 52-jährige ist der Mentor / Coach eines selbstorganisierten Teams. Vor genau einem Jahr hat Stefan sich auf den Weg gemacht, code-x in eine agile Organisation umzubauen. Im Jahr 2022 soll die Transformation abgeschlossen sein. Im Podcast-Interview sprechen wir übers Scheitern. Über Lernen, das durch Erschrecken und Krisen eingeläutet wird. Darüber, ob es alle Mitarbeiter toll finden, in einem agilen, selbstorganisierten Team zu arbeiten. Und über zwei Dinge, die mich in der zweiten Jahreshälfte sehr beschäftigt haben: Werte und Spaß bei der Arbeit. Ob Du es glaubst, oder nicht: Ich habe in den vergangenen Monaten gleich mehrere Leute getroffen, die mir nachdrücklich erklärten, dass ich Spaß bei der Arbeit vergessen kann. In dem Moment fand ich das gar nicht lustig. Jetzt kann ich nur sagen: Selten so gelacht!!! 😉

Bei code-x werden eigenständig Entscheidungen getroffen

New Work, neues Arbeiten, … da findest Du Dich als Mitarbeiter schon mal in einem selbstorganisierten Team wieder. “Was genau ist das eigentlich?”, habe ich Stefan Freise gefragt. Für code-x erklärt er es so:

  • Geschäftsführung oder Vorstand sind nicht Teil eines solchen Teams, weil sie zu dominant wären.
  • Wer im Team ist und wer nicht, bestimmt das Team selbst.
  • Die Methode, mit der Teammitglieder bestimmt werden, wird ebenfalls selbst gewählt.
    (Es kann zum Beispiel demokratisch abgestimmt werden.)
  • Das Team widmet sich einer Aufgabe, die mit einer gewissen Verbindlichkeit abgeliefert werden muss.

Führungskräfte agieren in einer agilen Organisation nicht mehr als Bestimmer, sondern als Mentoren / Coaches, die dem Team dabei helfen, eigenständig Entscheidungen zu treffen. Im Tagesgeschäft weiß das Team doch sowieso vieles besser, als die Führungskraft, findet Stefan. Das regelmäßige Abliefern von Reports beim Chef, wird damit auch überflüssig. Stefan Freise sieht seine Aufgabe als Geschäftsführer jetzt darin, “dem Team zu helfen, an die eigenen Fähigkeiten zu kommen.”

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Werte müssen zur agilen Organisation passen

Um die selbstständige Entscheidungsfindung zu ermöglichen und auch zu vereinfachen, ist im ersten Schritt das Wertegerüst des Unternehmens zu klären. Idealerweise werden Werte definiert, die auch zu einer agilen Organisation passen. Kontrolle wäre als Wert eher kontraproduktiv. 😉

Um an ein Wertegerüst zu kommen, musst Du erstmal wissen, was ein Wert ist. Dann musst Du Dich für bestimmte Werte entscheiden und schließlich eine Definition, die nur wenige Sätze umfasst, dazu aufschreiben. Genau so mache ich das auch in der Karriereberatung. Da merkst Du als einzelne Person schon, dass das mit der Definition schon mal kniffelig werden kann. Eine Einigung auf gemeinsame Werte im Team mit einer gemeinsamen Definition ist laut Stefan Freise sehr sportlich: “Das war ein schlimmer Termin. Wir sind kläglich gescheitert.” Ich kann’s mir bildlich vorstellen, weil ich gerade ein anderes Team vor Augen habe, mit dem ich gearbeitet habe. 😉 Trotzdem: Dran zu bleiben, hat sich für code-x gelohnt.

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Spaß muss sein!

Wenn einem in einer solchen Diskussion der Spaß bei der Arbeit verloren geht, dann sollte man darauf achten, dass das nur vorübergehend ist. Der Spaß muss unbedingt wieder kommen, finde ich.

Auch wenn es da draußen bestimmt viele Menschen gibt, die sagen, dass es keine Arbeit ist, wenn’s Spaß macht. Die sind der Meinung, dass Arbeit weh tun und mühsam sein muss, weil sonst auf der anderen Seite nichts entsteht. Laut dem Geschäftsführer von code-x in Paderborn darf das auch so sein: “Das ist eben ein anderes Wertegerüst.”

Wir beide finden es dagegen wichtig, zu gucken, wofür ich auf die Welt gekommen bin. Was ist meine Aufgabe im Leben? “Wenn ich die zum Beruf mache und dann auch noch Geld dafür bekomme, dann ist das doch nur fair”, betont Stefan.

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Nach den Erfahrungen, die ich in der zweiten Jahreshälfte 2019 gemacht habe, höre ich gerade Stimmen, die ganz laut sagen: “Das ist alles andere als fair, wenn Du Spaß hast, während alle anderen schuften!” Gleichzeitig muss ich mir aber wohl keine Sorgen machen, als Ar***loch zu enden, weil mir auch gesagt wurde: “Eine Welt, in der die Leute Spaß bei der Arbeit haben, ist gar nicht real!”

Das ist starker Tobak! Ich kann’s Dir sagen! 😉 Hinterlass mir gerne einen Kommentar, wie Du das siehst. Ich bin gespannt und lese den dann in meiner Traumwelt. *lacht*

Und jetzt: Viel Spaß beim Podcast hören! Oder ist der da etwa auch schon verboten oder unrealistisch? 😉

Wie dem auch sei: Heiter weiter! Ich wünsche Dir frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr! 🙂

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Wenn Du Fragen an mich oder meine Interviewpartner hast, dann hinterlasse einen Kommentar oder schick mir eine Mail. Auch Themenvorschläge sind jederzeit willkommen.

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